Gliederung
Lebensqualität
Bürgermeister Dr. Bernd Wiezcorek
Ideenwettbewerb
Umwelt, Arbeit, Wirtschaft
Interkommunale Zusammenarbeit, gemeindeübergreifende Gewerbeparks
Umweltschutz, Umweltmanagement
Kinder / Betreuung
Integration
Jugend
Frauen
Senioren, Aktiv, Attraktiv und Alternativ
Zusammenleben unterschiedlicher Nationalitäten
Verkehr und Wohnen
Ortsdurchfahrt Lollar
Kreisverkehrsplätze
Bahnhof und Bahnhofskonzept
Stadtbuskonzept
Sozial verträglicher, sanfter Tourismus
Lokale Agenda 21 - Die soziale Stadt
Clemens Brentano Europa Schule
Freiwillige Feuerwehren
Bestrahlung unserer Kinder
Freizeit & Sport
Erneuerbare Energien
Unserer Kandidatinnen und Kandidaten zur Lollarer Kommunalwahl 2011
Lebensqualität
Seit nunmehr 26 Jahren beteiligen sich die Lollarer Grünen aktiv in den politischen Gremien und haben sich dort immer erfolgreicher für mehr Lebensqualität für die Lollarer Bürger/innen eingesetzt. In der nächsten Legislaturperiode wollen wir unsere Arbeit weiter fortsetzen. Mit Engagement, Kreativität und Mut möchten wir weiterhin gemeinsam mit Bürger/innen innerhalb und außerhalb der städtischen Gremien für eine ökologische Umgestaltung unserer Stadt, für soziale Wohn- und Arbeitsbedingungen und für eine Demokratisierung politischer Entscheidungen eintreten.
Dank unserer politischen Kreativität gehört das parteipolitische Blockdenken in der Lollarer Stadtverordnetenversammlung weitestgehend der Vergangenheit an. Dies führte dazu, dass seit 1985 viele Anträge der Lollarer GRÜNEN - trotz durchgehender Opposition - von den anderen Parteien in der Stadtverordnetenversammlung mitgetragen wurden. Als Beispiele dienen Buswartehallen, Planungen zur Neubelebung des Bahnhofsumfeldes, Beitritt zum ZAUG, Kunstrasenplatz, Gebäudemanagement, Integrationsstelle, Jugendpflegerin, Erhalt des JUZ "Ossestall", Streetworker, Wohnortverbesserungen in der Nordstadt (Oberdorf), Reaktivierung eines Altarmes an der Lahn, Ausbau des Lahnradweges Lollar-Odenhausen u.v.m.
Bürgermeister Dr. Bernd Wieczorek
Mit Dr. Bernd Wieczorek, der von den Lollarer Grünen als unparteiischer Bürgermeisterkandidat von Anfang an aktiv unterstützt wurde, erfolgte mit Amtsantritt am 01.01.2005 der erhoffte strukturelle Neubeginn in der Stadt Lollar. Viele durch die Grünen herbeigeführten Stadtverordnetenbeschlüsse in der Vergangenheit, wurden erst in seiner Amtsübernahme aufgegriffen und angepackt (z.B.: Gebäudemanagement, Lahnradweg in Odenhausen, Reaktivierung eines Altarmes an der Lahn, Beplanung des Bahnhofsumfeldes u.v.m.). Mit der Wiederwahl am 12.09.2010 erwarten wir die Fortführung der guten Zusammenarbeit zwischen Politik und Verwaltung/Magistrat. Verordnete Blockadehaltungen aus der Ära vor seiner Amtszeit gehören damit endgültig der Vergangenheit an.
Ideenwettbewerb
Diesen positiven Trend, der einem Wettbewerb der Ideen und nicht dem Verwalten von Mangelwarefür die Lollarer Bevölkerung gleichkommt, wollen wir kontinuierlich beibehalten und weiter ausbauen. Gleichwohl wissen wir, dass Wünschenswertes mangels fehlender Finanzen und umfangreicher Planung nicht kurz- und mittelfristig umgesetzt werden kann. Auch das Sichern des Erreichten gehört zu unseren Aufgaben. Einen Fraktionszwang hat es in den 26 Jahren nicht gegeben. Somit konnten wir auch jederzeit guten Anträgen anderer Fraktionen zustimmen.
Umwelt, Arbeit, Wirtschaft
Kurzarbeit, Leiharbeit, befristete Arbeitsplätze, Angst um den Arbeitsplatz sind in Lollar leider traurige Wirklichkeit. Es ist keinesfalls so, dass allein die Stadt für diese Situation verantwortlich gemacht werden kann. Wer sich in guten Zeiten die dicken Rosinen heraus pickt (als Beispiel sei hier Buderus genannt), muss sich in schlechten Zeiten fragen lassen, wie er mit der entstandenen Lage umgeht. So rächt sich die Jahrzehnte lange, politisch einseitige Ausrichtung auf ehemalige Großbetriebe. Mit Hilfe der Lollarer Politik wurden in den fetten Jahren andere Arbeitgeber von Lollar ferngehalten, damit die vorhandenen Arbeitskräfte „im Sinne einer Monokultur” gebunden blieben.
Nach wie vor ist die Ansiedlung von Gewerbegebieten das lukrativste Geschäft in den Kommunen. Vorausgesetzt, dass diese arbeitsplatzintensiv sind und auch die Gewerbesteuer vor Ort verbleibt. Nicht umsonst entstehen überall Gewerbeparks in attraktiver Lage mit verlockenden Angeboten. Den Vorteil, den wir auch für die Zukunft positiv ansehen, ist die Zusammenführung von Arbeiten und Wohnen im direkten Umfeld. Während in den letzten Jahren hier ein Umdenken stattgefunden hat, wurde mit dem Verbleib der Gewerbesteuer Schindluder betrieben. So zahlen die drei größten Betriebe in Lollar keine nennenswerte Gewerbesteuer. Hierauf hat die Stadt jedoch keine Einflussmöglichkeiten. Diese gesetzliche Möglichkeit wurde von Berlin aus unterstützt.
Der Erhalt der Infrastruktur (Gemeindestraßen, z.B. Sandweg, Auweg, Justus-Kilian Straße) wird nicht mit der Gewerbesteuer gedeckt. So fordern die Grünen, dort wo es nach wie vor möglich ist, eine verstärkte Anlieferung der Rohmaterialien statt mit dem Lkw mit dem Zug.
Interkommunale, gemeindeübergreifende Gewerbeparks
Schlagworte, wie „Interkommunale Zusammenarbeit“ dürfen nicht nur für undurchschaubare verwaltungsinterne Zusammenkünfte dienen, sondern müssen mit Leben und demokratischen Strukturen gefüllt werden. Wir würden begrüßen, statt des ruinösen Wettbewerbs der einzelnen Gemeinden um Industrieansiedlungen, gemeindeübergreifende Gewerbeparks professionell zu planen, langfristig auszurichten und die Einnahmen nach zu bestimmenden Schlüsseln unter den beteiligten Gemeinden aufzuteilen. Hierfür sind gebündelte Mittel der Gemeinden einzusetzen um die Effektivität zu erhöhen und langfristig Arbeitsplätze zu sichern.
Wichtig ist hierbei, nicht in Wahlperioden zu denken! Nur langfristige Planungen können eine Überlebensfähigkeit der Betriebe dauerhaft fördern. Konkret können sich die Lollarer Grünen vorstellen, dass der Gesamtbereich von Kirchberg bis zur Kreisstraße 26, westlich der B3a als interkommunales Gewerbegebiet ausgewiesen wird. So gehört insbesondere die Erreichbarkeit solcher Standorte bei gleichzeitiger Entlastung der Anwohner zu einem wichtigen Kriterium.
Bedingt durch die bestehenden verkehrlichen Anbindungen, dem Autobahnanschluss sowie dem DB-Haltepunkt Odenhausen- Friedelhausen, ist hier bereits verkehrspolitisch ein Filetstück vorhanden. Aufgrund der Bemühungen der Lollarer GRÜNEN wurde diese Fläche bereits im Flächennutzungsplan mit einer Zusatznote vermerkt. Uns ist bewusst, dass hierdurch ein nicht unwesentlicher Eingriff in die Landschaft erfolgen wird. Ausgleichsmaßnahmen können somit bei einer interkommunalen Zusammenarbeit bei und mit Dritten erfolgen. Beispielsweise könnte der Verzicht auf die unsinnige Bebauung der Lumdaniederung als entsprechende Maßnahme verwendet
werden.
Umweltschutz, Umweltmanagement
Umweltschutz genießt als zentrales Politikfeld - nicht zuletzt Dank der GRÜNEN - breite gesellschaftliche Akzeptanz. Es sind mehr Menschen denn je auch beruflich mit Umweltfragen befasst. Umweltmanagement gehört in jedem modernen Betrieb inzwischen zum Standard. Die wirtschaftliche Bedeutung von Umweltbranchen wächst, der Marktanteil von Umweltprodukten nimmt zu.
Wir setzen uns ein, dass die Stadt Lollar ein stärkeres Engagement aufbringt, um insbesondere solche innovativen Betriebe anzusiedeln. Die dauerhafte Nachhaltigkeit bzw. Zukunftsfähigkeit muss im Vordergrund stehen. Ein positives Beispiel ist die Firma “Köhler und Ziegler” mit der Herstellung innovativer Wärmetechnik (Kraft-Wärmekopplung).
Vereinzelt wird noch immer im Rahmen von ”Standortdebatten” die Ökonomie gegen die Ökologie ausgespielt. Wir betonten wiederholt, dass nur das Zusammenführen beider Faktoren zu einem Wirtschaftskonzept, das Ressourcen schont und auf Langlebigkeit der Produkte setzt, die Chance zur Erneuerung und zur Schaffung von zukunftssicheren Arbeitsplätzen bietet. Umweltpolitik ist intensiv im Geflecht anderer Politikfelder eingebunden und kann ohne Wirtschafts- und Gesellschaftspolitik nicht betrieben werden. Ein „Bündnis für Arbeit” wurde vor Jahren in Lollar eingerichtet. Arbeitgeber und städtische Gremien haben die Arbeit halbherzig aufgenommen. Zählbare Ergebnisse wurden bisher noch nicht erzielt.
Kinder / Betreuung
»Wir haben die Erde von unseren Kindern nur geborgt«, ist Leitgedanke unseres politischen Handelns von der Umwelt- über die Wirtschaftspolitik bis hin zur Kinder- und Familienpolitik.
Die Notwendigkeit einer außer-familiären Betreuung von Kindern und Jugendlichen wächst von Jahr zu Jahr. Mithin auch die Ansprüche an die entsprechenden Einrichtungen. Diese Ansprüche haben auch ihre gesellschaftliche Rechtfertigung. Immer mehr Kinder wachsen geschwisterlos auf, oder sind Kinder von Alleinerziehenden. Der ständige Anstieg der Lebenskosten zwingt oft beide Elternteile zur Erwerbstätigkeit.
Betreuungseinrichtungen werden zum wichtigsten Ort, an dem ein soziales Lernen stattfindet. Diese Einrichtungen, insbesondere deren personelle Ausstattungen bilden einen Schwerpunkt bei den Ausgaben einer Kommune. Der Kostendeckungsgrad liegt derzeit bei unter 40 Prozent. Die Stadt Lollar hat in den letzten Jahren verstärkte Anstrengungen unternommen, wenngleich auch ein Kindergarten in der Kernstadt zugunsten der Grundschule Lollar (freiwillige Ganztagsgrundschule) geschlossen wurde.
Gleichzeitig wurden durch die Koch/Wagner- bzw. Koch-Landesregierung die Finanzmittel der Kommunen um 50 Millionen Euro gekürzt. Ein neuerlicher Versuch im August 2005, im Rahmen der Haushaltskonsolidierungen die Gebietskörperschaften zu zwingen, den Kostendeckungsgrad auf 100 Prozent zu erhöhen, wurde Dank der Grünen im Landtag verhindert. Über Haushaltskonsolidierungen wird weiterhin der Druck auf die Kommunen ausgeübt, den Kostendeckungsgrad zu erhöhen. Zugesagte Finanzmittel des Landes für die Betreuung der unter Dreijährigen werden teilweise versagt.
Die Lollarer GRÜNEN werden sich dafür einsetzen, auch wenn die Finanzen der Stadt Lollar zum weiteren Sparen anhalten, dass Einrichtungen zur Kinderbetreuung finanziell gesichert bleiben. Städtische Kindergärten für die Betreuung bis zu 3 Jahren sollten weiter ausgebaut werden. Die Arbeiten der "Flohkiste" sollten nicht tangiert werden. Der städtische Zuschuss an die "Flohkiste" sollte weiterhin gewährt werden.
Für den gesamten Betreuungsbereich fehlt eine umfassende und langfristige Planung. Das heißt, es sollte ein Betreuungskonzept für die Altersgruppe von den Krabbelkindern bis zu den Schulkindern
erarbeitet werden.
Ein Konzept mit „gleitenden Alterseingangs-Phasen“, in dem die Kinder in ihrem eigenen Lerntempo entsprechend individuell gefördert werden, ist wünschenswert.
Integration
Die Integration nicht-deutschsprachiger Kinder allein über eine Verteilung auf alle Kindergärten ist unzureichend. Lollar hat im ländlichen Bereich mit seinem hohen Anteil an „nicht-deutschsprachigen“ Einwohnern über die Kreisgrenzen hinaus einen Sonderstatus.
Die beste Integrationsinitiative ist diejenige, die so früh als möglich beginnt. Mit „aktiver grüner Unterstützung“ wurde ein Integrationskonzept für die Stadt Lollar erstellt und eine Integrationsleitstelle eingerichtet.
Jugend
Jugendarbeit muss heute als eine Investition in die Zukunft der Gemeinden gesehen werden. Trotz knapper Kassen sollte dies mindestens genauso wichtig sein wie Investitionen in Gewerbeflächen und in den Umweltschutz.
Die Bedingungen für die Arbeit mit und für Jugendliche haben sich in den vergangenen Jahren/Jahrzehnten grundsätzlich verändert. Dies wird häufig übersehen. Leider geht man in Lollar heute immer noch davon aus, dass Vereine, Kirchen und Ehrenamtliche ausreichen (keinesfalls möchten wir diese Angebote diskreditieren), um den Jugendlichen eine sinnvolle Freizeitgestaltung zu ermöglichen. Sinnvolle kommunale Jugendarbeit sollte die Förderung der jungen Menschen zu selbst bestimmten Persönlichkeiten mit eigenverantwortlicher Lebensführung und gemeinschaftlichem gesellschaftlichen Handeln zur Aufgabe haben. In Lollar stoßen viele Konfliktpotentiale aufeinander. Uns ist es erneut gelungen, dass eine Jugendpflegerin eingestellt wurde.
Wir setzen uns mehr denn je für intensive Jugendarbeit ein. Arbeitsschwerpunkte müssen hier sein:
• Integration der „nicht-deutschsprachigen“ Jugendlichen,
• Konzept der aufsuchenden Jugendarbeit (Streetworker),
• Unterstützung der Jugendlichen in den Ortsteilen.
Wir haben die Umsetzung unseres Ziels aus dem Wahlprogramm 2001, einen Streetworker einzustellen, im Jahr 2004/2005 in die Wege geleitet. Auch die Verlängerung ist uns vor zwei Jahren geglückt, da parteiübergreifend die Notwendigkeit anerkannt wurde.
Die bis in die 70-er Jahre zurückgehende Selbstverwaltung eines Jugendzentrums in der Kernstadt Lollar war immer mit Problemen behaftet. Es kam zu immer mehr negativen Vorkommnissen, dadurch zur Schließung des Jugendzentrums und letztendlich zum Ende der so genannten „Selbstverwaltung durch Jugendliche“.
Die Lollarer Grünen setzten sich seit ihrer Gründung für den Erhalt des Jugendzentrums Ossestall ein. Das Jugendzentrum wurde zwischenzeitlich -auch mit Mitteln der Sozialen Stadt- grundhaft saniert
Durch die Jugendpflegerin, die Integrationsstelle und mit einem Streetworker wurde ein neuer Anlauf für die Jugendarbeit und im Jugendzentrum unternommen. Optimal wäre, die Jugendlichen wieder zur Selbstverantwortung und Selbstverwaltung des Jugendzentrums heran zu führen.
Frauen
Bei der Stadt Lollar ist eine Frauenbeauftragte für die Mitarbeiterinnen der Stadtverwaltung benannt. Grundsätzlich fehlt eine Anlaufstelle für alle Lollarer Einwohnerinnen. Wir setzen uns ein, dass die Position der Frauenbeauftragten auch für Lollarer Frauen und Mädchen genutzt werden kann. Eine Vermittlerrolle zur Frauenbeauftragten des Landkreises Giessen sollte gewährleistet sein.
Senioren - Aktiv, Attraktiv & Alternativ
In Lollar existiert ein privatrechtliches Seniorenheim im „Grünen Weg“ sowie ein Alten- und Pflegeheim der Arbeiterwohlfahrt im „Holzmühler Weg“.
Die Lebenssituation von älteren Mitbürgern verbessern und das Zusammenleben der Generationen zu fördern ist gerade in einem Zeitalter der menschlichen Effizienzbewertung, fehlender Sozialbindungen und Einbußen in der Altersversorgung eine der wesentlichen Aufgaben, die in den nächsten Jahren von der Stadt Lollar weiterhin angegangen werden müssen.
Das Vorhalten ausreichender Parkbänke, das Absenken von Bürgersteigkanten beim Queren im Straßenraum, Überwachung des ruhenden Verkehrs, Ausbau von Fußgängerwegen sind Maßnahmen, die zu einer seniorengerechteren Stadt unerlässlich sind.
Die Lollarer Grünen treten für ein selbstbewusstes und eigenverantwortliches Leben in alternativen Wohnformen (Altenwohngemeinschaften, Mehrgenerationshäuser), einer Stärkung der Kommunikation zwischen Jung und Alt und der Einbeziehung qualifizierter Angebote im Bereich eines kommunalen Engagements ein. Es sollte über eine "Ausbildung zum Seniorenbegleiter" über die "soziale Stadt" nachgedacht werden.
Wir unterstützen Senioren, die sich (ehrenamtlich) verstärkt in Bereiche der Kinder- und Jugendarbeit, in die Stadtbildpflege und bei der Seniorenarbeit einbinden. Die vom Förderverein Aktive Nachbarschaften (FAN) angeregte Initiatve, "Jung und Alt verbinden", wurde mit dem Demographie-Dialog "Generationen verbinden" vom Seniorenbeirat Lollar aufgegriffen und wird derzeit aktiv vorangetrieben.
Zusammenleben unterschiedlicher Nationalitäten
Im Zusammenleben mit den ausländischen Mitbürgern wird die Assimilierung an die deutsche Mentalität angestrebt, welches in unseren Augen ein bedauerlicher Fehler ist. Uns geht es nicht darum, Nicht-EU-Bürgern besondere Rechte zukommen zu lassen. Die Erfahrung hat gezeigt, dass andere Lebensarten Chancen für uns bieten.
Hinzu kommt, dass die wirtschaftliche Situation die Jugendarbeitslosigkeit in die Höhe getrieben hat. Der Perspektivlosigkeit von deutschen und ”deutschstämmigen osteuropäischen” Jugendlichen ohne Ausbildung und Arbeit gesellt sich bei jungen Ausländer/innen, die hier geboren wurden oder aufgewachsen sind, ein Gefühl der Heimat- und Identifikationslosigkeit hinzu.
Die Lollarer GRÜNEN werden sich dafür einsetzen, dass die auf ihre Mitinitiative neu eingerichtete Integrations(leit)stelle auf Dauer eingerichtet bleibt.
Den Isolierungstendenzen, die einhergehen mit der sozialen Ausgrenzung von Arbeitslosen, Sozialhilfeempfängern und Schwachen in unserer ständig kälter werdenden Gesellschaft werden die Lollarer GRÜNEN weiterhin entgegenwirken.
Der im Rahmen der Sozialen Stadt eingerichtete "Förderverein Aktive Nachbarschaften e.V. (FAN)" wurde und wird von den Lollarer Grünen aktiv begleitet.
Verkehr & Wohnen
Für Lollar muss ein Stück Lebensqualität und Urbanität zurückgewonnen werden. Oberstes Ziel ist die Verkehrsverträglichkeit. Hierbei wollen wir den Einwohnern und Einwohnerinnen möglichst kurze Wege zu Fuß oder mit dem Fahrrad und gute öffentliche Verkehrsmittel anbieten. Die nachfolgenden Einzelmaßnahmen sind als Mosaiksteine »grüner« Verkehrspolitik zu sehen, deren schrittweise Zusammenführung zu einer stadtverträglichen Mobilität führt.
Bei allen baulichen Verkehrsberuhigungsmaßnahmen ist der durch die Anlieger zu tragende Kostenanteil (Straßenbeitragssatzung) so gering als möglich anzusetzen.
Hierbei sind im besonderen Maße die Belastungen (Lärm, Abgase, Verschmutzung, erhöhte Unfallgefahr) der Anwohner und Anwohnerinnen der stark belasteten Straßenzüge zu berücksichtigen. Tempo 30-Zonen sind weiterhin mit entsprechenden baulichen Maßnahmen durchzuführen.
Die bestehende und verkehrspolitisch nicht zu finanzierende Lumdaniederungsbebauung sollte offiziell als gescheitert erklärt werden. Nach wie vor hat der Erhalt der nachgewiesenen Frischluftschneise für die Kernstadt Vorrang vor einer Lumdaniederungsbebauung.
Statt weitere Neubaugebiete zu beplanen setzen wir uns verstärkt für die Belebung der alten Ortskerne ein. Gute Ansätze wurden bei der Dorferneuerung Ruttershausen erzielt. Ein "Leerstandsmanagement" sollte eingerichtet werden und zu den Aufgaben der Gesellschaft für Stadtentwicklung und Erschließung Lollar GmbH gehören.
Lärmschutzmaßnahmen auf der Lumdatalbrücke der B 3 a wurden und werden weiterhin von den Lollarer Grünen eingefordert. Die Anbindung mit öffentlichen Verkehrsmitteln muss bei allen baulichen Maßnahmen berücksichtigt werden. So setzen sich die Lollarer Grünen nach wie vor dafür ein, dass die städtische Buslinie 51 mit Midibussen die Neubaugebiete zwischen Odenhausen und Ruttershausen anschließt (siehe auch Stadtbuskonzept).
Ortsdurchfahrt Lollar
Mit dem erfolgten Teilumbau der Ortsdurchfahrt Lollar, zwischen Kirchstraße und Lumdastraße, sehen sich die Lollarer GRÜNEN in ihrer Politik bestätigt. Unser beständiges Eintreten für diesen Rückbau geht bis in die 80-er Jahre zurück.
Die Lollarer Grünen werden sich auch zukünftig dafür einsetzen, dass die weiteren Bauabschnitte der L 3475, allerdings mit verbesserter Informationspolitik, mittelfristig umgesetzt werden.
Die »Lollarer Altstadt«, im Bereich von der Schur, Teile der Marburger Straße, Giessener Straße bis hin zur Kirchstraße muss zunächst als solche wieder entdeckt und »urban« gestaltet werden. Hierzu gehört auch das Freilegen der alten Bausubstanz.
Neben den bestehenden Landesförderungen müssen weitere Mittel (Denkmalpflege,
Gemeindeverkehrsfinanzierung) akquiriert werden. Verstärkt sind auch Mittel der Sozialen Stadt für diesen Bereich vorzuhalten.
Lärmschutzmaßnahmen sind unseres Erachtens im Bereich der L 3475 und der Main-Weser- Bahn generell erforderlich.
Wir setzen uns für ein Rad-/ Fußwegekonzept für die Gesamtstadt Lollar auch unter dem touristischen Aspekt ein.
Um eine Verringerung des beruflichen Straßenverkehrsaufkommens zu forcieren, unterstützen die GRÜNEN langfristig die Reaktivierung der Bahnstrecke Lollar-Londorf mit Lollar als Verknüpfungsbahnhof für den Personennahverkehr. Mittelfristig sollte -auch vor dem Hintergrund, diese Trasse langfristig zu sichern- ein Tourismuskonzept umgesetzt werden. Eine zusätzlicher Haltepunkt ist einzurichten.
Kreisverkehrsplätze
Zur politischen Auseinandersetzung mit den Mitteln aus dem Konjunkturprogramm zum Bau eines Kreisverkehrs L 3475/Sandweg/Sportplatzweg vsl./und L 3475/Holzmühler Weg/Kirschgarten vertreten die Lollarer Grünen weiterhin die Auffassung, dass die Mittel originär für den Kreisverkehr L 3475 / Sandweg / Sportplatzweg hätten verwendet werden müssen.
Wären die Mehrheitsfraktionen aus SPD und FWG der Magistratsvorlage gefolgt, wäre dieser Kreisverkehrsplatz Ende 2010 seiner Bestimmung übergeben worden. Nur aufgrund eines weiteren schweren Unfalls mit Personenschaden an dieser Kreuzung veranlasste das Land, für 2012 den Kreiselbau in Angriff zu nehmen. Die Mehrheitsfraktionen "rühmen" sich damit, weil der Kreuzungsbereich wiederum zu einem Unfallschwerpunkt ausgewiesen wurde, die richtige Entscheidung getroffen zu haben (O-Ton SPD/FWG: Die Finanzierung sei Landesaufgabe).
Die Lollarer Grünen weisen darauf hin, dass sie sich nicht generell gegen einen Kreisverkehrsplatz L 3475/Holzmühler Weg/Kirschgarten ausgesprochen haben, sondern diesen Kreisverkehrplatz "als wünschenswert" bezeichnen. "Wünschenswert" deshalb, weil die Dringlichkeit dem Kreiselbau L3475/Sandweg/Sportplatzweg gehörte. Ferner sollte nach der Fertigstellung des Kreisels am Ortseingang zunächst die Verkehrsverlagerung betrachtet werden. Somit könne sich ergeben, dass ein weiterer Kreiselbau sich erübrigt.
Bei beiden Maßnahmen ist jeweils die Landesstraße 3475 tangiert. Hier wie dort hätte man mit einer Verwaltungsvereinbarung, auch eine nachträgliche Finanzierungsbeteiligung des Landes
sicher stellen können.
Mit Eigenmitteln und Mitteln der Sozialen Stadt wurde stattdessen das "Kleinworthaus" in der Gießener Straße gekauft. Statt dieses Wohngebäude für akute Notfälle (kurzfristige Obdachlosigkeit, pp) vorzuhalten erfolgte noch zum Jahresende 2010 der Abriss. Nach Ansicht der Grünen handelt es sich hierbei um Mittelverschwendungen und man hat über Jahre hinaus wieder einen Schandfleck -mitten in der Stadt- geschaffen.
Bahnhof & Bahnhofskonzept
Bahnhof und gesamtes Bahnhofsumfeld bedürfen einer grundsätzlichen barrierefreien Umgestaltung und Verschönerung. Hierzu haben die Lollarer Grünen mehrere Vorschläge unterbreitet.
Ziel hierbei ist, den Bahnhof mehr in den Stadtmittelpunkt zu rücken und den Anschluss mit Bussen in die Stadtteile und das Umland zu gewährleisten.
Am 04.02.2010 wurde eine Planungsvereinbarung mit dem RMV, der DB Station&Service und dem ZOV in der Stadtverordnetenversammlung verabschiedet. Die Ausarbeitungen beruhen auf einem Vorschlag der Lollarer Grünen.
Die Lollarer GRÜNEN setzen sich nach wie vor für die Einrichtung eines Mobilitätszentrums im
Bahnhof Lollar ein. Persönliche Beratung über Fahrpläne, Verkauf von Fahrausweisen aller Art,
touristische Informationen, Buchungen von Reisen, Fahrradverleih und vieles mehr „rund um die
Mobilität“ soll dieser Dienstleistungssektor umfassen.
Am Haltepunkt Odenhausen-Friedelhausen sollte beim Umbau der Bahnunterführung auf dieBelange der Fußgänger Rücksicht genommen werden.
Mit dem Fahrplan 2011werden einige Regionalbahnen von der Hessischen Landesbahn (HLB) übernommen. Bis auf eine Ausnahme fahren diese Züge am Haltepunkt Odenhausen-Friedelhausen ohne Halt durch. Die Lollarer Grünen fordern gegenüber dem Rhein-Main-Verkehrsverbund den Halt aller Züge der HLB am Haltepunkt Odenhausen-Friedelhausen ein.
Stadtbuskonzept
Die Kernstadt Lollar ist relativ gut in den Öffentlichen Personen-Nahverkehr eingebunden. Der Stadtbusverkehr wurde mit der Konzessionsübernahme durch die Fa. Erletz im Dezember 2009 im Sinne eines Grünen-Vorschlages weitgehend umgesetzt. Hierbei stand die stündliche Anbindung der Linie 51 mit der Linie 520 im Vordergrund. Diese erfolgen in der Kernstadt an der Haltestelle "Ortsmitte". Statt einigen durchgehenden Fahrten von Salzböden bis nach Gießen sollten die eingesparten Mehrkilometer zwischen Lollar und Salzböden zu einem Stundentakt eingeplant werden.
Dennoch verbleiben einige Forderungen: Als sinnvolle Möglichkeit des Stadtbusverkehres sehen die Lollarer GRÜNEN den Einsatz von Midi-Bussen (Sitzplatzangebot für 18 bis 20 Personen) außerhalb des Schülerverkehrs. Mit diesen Bussen sollten das Neubaugebiet zwischen Odenhausen und Ruttershausen an den Stadtverkehr sinnvoll angeschlossen werden. Der Stadtbus soll im Regelfall das Gewerbegebiet über den Bahnhof Lollar direkt anfahren, um die Umstiegsbeziehungen Bus/Zug/ Bus in Richtung Giessen/Frankfurt - Marburg/ Kassel zu optimieren. Politisches Augenmerk muss weiterhin eine bahnhofsnahe Bushaltestelle sein.
Als Übergangslösung verfolgten die Lollarer GRÜNEN die Einrichtung eines AST (Anrufsammeltaxis) mit den zukünftigen neuen Haltestellen (z.B. „Röderberg“, „Friedelhausen“, „Am Klinkgraben“, „Waldschwimmbad“). Aufgrund fehlender wirtschaftlicher Angebote konnte das Konzept nicht umgesetzt werden. Zu einem späteren Zeitpunkt soll nochmals, ergänzend zur Linie 51, das Projekt AST für den Innerortsverkehr in den Abend- und Nachtstunden aufgegriffen werden.
Sozial verträglicher/sanfter Tourismus
Die Lollarer Grünen sehen für ihre Stadt mit den drei „Flüssen“ an den Radwegen des Lahn- und Lumdatals weiteres wirtschaftliches Potential, das es zu nutzen gilt. Deshalb setzen wir uns für den Auf- und Ausbau eines Tourismusprojektes ein. Als erster positiver Schritt wurde jüngst der Beitritt in den Tourismusverband Lumdatal beschlossen. Obwohl die Stadt Lollar hier federführend für denTourismusverband Lumdatal tätig ist, zwar eine wunderschöne Broschüre auflegte, sind die Bemühungen in der Weiterentwicklung sehr bescheiden Um unsere Stadt als „Lollar an der Lahn“ stärker ins Bewusstsein zu rücken, bedarf es der Ausarbeitung intensiver Grundlagen. Die Möglichkeiten -über die Gründung einer Genossenschaft- weiter zu kommen, muss von der Stadt Lollar geprüft und ggf. aufgegriffen werden.
Lokale Agenda 21 - die soziale Stadt
Gegen den politischen Willen der Lollarer Grünen wurde im Jahre 2000 die "Lokale Agenda 21" in Lollar parlamentarisch beendet. Die Ergebnisse der lokalen Agenda finden sich größtenteils im Handlungskonzept für den Stadtkern Lollar >Soziale Stadt< wieder.
Über den Förderverein Aktive Nachbarschaften sowie mittels einem Projekttableau aus dem Handlungskonzept für den Stadtkern Lollar konnten vielversprechende Ansätze der Agendathemen umgesetzt werden. Einiges ist jedoch noch offen und wird im Fokus der Lollarer Grünen bleiben. Hierzu zählen die Einrichtung eines Wochenmarktes sowie weitere fußläufige Erschließungen (Am Bahndamm sowie im Oberdorf).
Die HEGISS (Hessische Gemeinschaftsinitiative Soziale Stadt) ist ein Investitionsprogramm für städtebauliche Veränderungen, das die Stadt Lollar bis 2014 nutzt.
Die Lollarer GRÜNEN werden die Nutzungsmöglichkeiten dieses Programms weiterhin aktiv begleiten. Im Bereich der Fördermöglichkeiten für Private, hier Baugenossenschaft, sollte darauf geachtet werden, dass die Wertsteigerungen über das Programm Soziale Stadt nicht an die Mieter in Form von Mieterhöhungen weitergegeben werden.
Clemens-Brentano-Europa-Schule
Die Clemens-Brentano-Europa-Schule gehört, gleich wie Buderus und Real-Markt, zu den Identifikatoren der Stadt Lollar. Dort gilt dem Kollegium und insbesondere dem Schulleiter i.R., Herrn Hans Kammler unser Dank und Anerkennung für diese erfolgreiche Arbeit. Neben der umfassenden Integrationsarbeit weisen wir darauf hin, dass auch der Erhalt des Hallenbades letztlich dem Einsatz des Schulleiters zu verdanken war.
Unvergessen bleibt jedoch die negative Äußerung des FDP-Kreisvorsitzenden Andreas Becker zur
Sauberkeit der Schule. Trotz mehrfacher Aufforderungen hat er sich bis zum heutigen Tag für seine
Entgleisung nicht entschuldigt.
Bestrahlung unserer Kinder
Die Lollarer Grünen betrachten es nach wie vor als skandalös, dass unsere Kinder im städtischen Kindergarten durch eine Mobilfunkanlage seit über 10 Jahren direkt bestrahlt werden. Und das Ganze von einem städtischen Gebäude in unmittelbarer Nähe. Mehrere Anträge wurden von den Lollarer Grünen in der Stadtverordnetenversammlung hierzu gestellt. Hierauf erfolgte bereits am 12.05.2005 die ordentliche Kündigung des Vertrages. Am 01.10.2010 sollte die Bestrahlung eingestellt werden. Hierüber hat sich der Betreiber, Vodafone, hinweg gesetzt und bestrahlt nachwie vor den Kindergarten "Abenteuerkiste".
Anmerkung: Die Basisstation wurde am 21.12.2010 abgeschaltet.
Freiwillige Feuerwehr
Wir stehWir stehen weiterhin zu unseren langjährigen Forderungen, die Feuerwehr an einen geeigneteren Standort neu anzusiedeln. Die Problematik „Schur“ / Schule, Schulweg, Kinderspielplatz und Turnhalle aufs Engste zusammengepfercht - hat die Stadt Lollar in den letzten Jahren viel Geld und Kraft gekostet. Zur Festlegung eines gemeinsamen Feuerwehrgerätehauses von Salzböden und
denhausen werden wir zunächst die in Auftrag gegebene Machbarkeitsstudie mit Interesse verfolgen.
Freizeit & Sport
Die Stadt Lollar kann ohne die ehrenamtliche Tätigkeit vieler Personen nicht existieren. Die Bereitschaft von ehrenamtlichen Personen in Vereinen und Kirchen wird von uns hoch eingeschätzt.
Die Lollarer GRÜNEN waren es, die per Antrag dafür gesorgt haben, dass sich fast alle Fraktionen für einen verbesserten Ausbau des Lollarer Waldsportplatzes (pro Kunstrasenplatz) ausgesprochen haben. Die Lollarer GRÜNEN weisen jedoch darauf hin, dass eine Gleichbehandlung der Vereine auch in finanzieller Hinsicht erreicht werden muss. Die erfolgten Verträge mit den Vereinen sind beidseitig einzuhalten.
Die Weiterführung und finanzielle Sicherstellung des Hallenbades ist anzustreben. Badetage für die Öffentlichkeit sollen weiterhin beibehalten werden. Lollars attraktives Freibad muss, um für die Zukunft weiter gerüstet zu sein, umweltfreundlich und ressourcenschonend umgestaltet werden.
Erneuerbare Energien
Bei städtischen Gebäuden, insbesondere bei Sanierungen, ist zu überprüfen, ob Anlagen zur Unterstützung erneuerbarer Energien (z.B. Solarthermie- und Photovoltaikanlagen) eingesetzt werden können.
Die günstigen Refinanzierungsmöglichkeiten dieser Anlagen geben langfristig der Stadt eine Einnahmequelle und können anfallende Sanierungskosten wesentlich senken.
Dieser Forderung wurde in den letzten Jahren auch nachgekommen. Allerdings sollte dennoch bei der Stadt Lollar ein gewisser Quotient an Kosten und Nutzen nicht ganz aus den Augen verloren werden. So handelte es sich beim Umbau des Rathauses schlicht um eine Verschönerungsmaßnahme.
Eine rein energetische Nutzen/Kosten-Betrachtung war schlicht daneben. Unsere Kritik zum Rathaus wurde zumindest bei der geplanten Fortsetzung, der energetischen Erneuerung der Sporthalle Süd von der Mehrheit der Stadtverordneten erhört. '
|